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22.03.2019

Kanzelrede im Rahmen der Duisburger Akzente

Kanzelrede im Rahmen der Duisburger Akzente, Salvatorkirche Duisburg, 17.3.2019, 17:00 Uhr

Es gilt das gesprochene Wort!

im Rahmen der Liturgie: Schriftlesung Am 5,10-16a

10 Sie hassen den, der im Tor Recht spricht, und verabscheuen den, der die Wahrheit sagt. 11 Darum, weil ihr die Armen unterdrückt und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn, so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen, die ihr von Quadersteinen gebaut habt, und den Wein nicht trinken, den ihr in den feinen Weinbergen gepflanzt habt. 12 Denn ich kenne eure Frevel, die so viel sind, und eure Sünden, die so groß sind, wie ihr die Gerechten bedrängt und Bestechungsgeld nehmt und die Armen im Tor unterdrückt. 13 Darum muss der Kluge zu dieser Zeit schweigen; denn es ist eine böse Zeit. 14 Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr lebet und der Herr, der Gott Zebaoth, mit euch sei, wie ihr rühmt. 15 Hasst das Böse und liebt das Gute, richtet das Recht auf im Tor, vielleicht wird der Herr, der Gott Zebaoth, gnädig sein dem Rest Josefs. 16 Darum, so spricht der Herr, der Gott Zebaoth, der Herr: Es wird in allen Gassen Wehklagen sein, und auf allen Straßen wird man sagen: »Weh! Weh!«

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Besucherinnen und Besucher der Duisburger Akzente,

Eine Utopie ist immer Sehnsuchtsort, Inspirationsquelle, Handlungsmotivation. Ausgerechnet heute. Klimagerechtigkeit ist all dies, aber noch viel mehr: sie ist Voraussetzung für den Frieden auf der Welt und die größte Herausforderung unserer Tage. Utopien möchte man gerne Wirklichkeit werden lassen, sie bleiben aber ein „Ort, den es nicht gibt“. Klimagerechtigkeit müssen wir Wirklichkeit werden lassen. Und obwohl allzu viele rückwärtsgewandte Haltungen, Maßnahmen, Investitionen und weltweite politische Entwicklungen einen manchmal schier zur Verzweiflung bringen – es gibt allerorts Zeichen der Hoffnung, dass Menschen kleine und große Schritte in die richtige Richtung gehen.

Der beste Beweis, dass Klimagerechtigkeit mehr ist als eine Utopie, ist der letzte Freitag. Es ist ein großes Glück für uns alle, dass sich eine so große weltweite Jugendbewegung gebildet hat, die uns die Bewältigung der Klimakrise so vehement auf die Agenda schreibt. Die Schülerinnen und Schüler fordern, was andere längst hätten tun müssen. Dass wir wegkommen vom Wunschdenken und Schönreden. Dass wir handeln.

Greta Thunberg, die 16-jährige Schwedin, Gesicht der Bewegung, sagte in Davos die vielbeachteten Sätze: „Die Erwachsenen sagen immer, wir müssen den jungen Menschen Hoffnung machen, aber ich will eure Hoffnung nicht. Ich möchte nicht, dass ihr hoffnungsvoll seid. Ich möchte, dass ihr in Panik geratet. Ihr sollt die Angst spüren, die ich jeden Tag spüre. Und ich möchte, dass ihr handelt. Dass ihr so handelt wie in einer Krise. Ich möchte, dass ihr so handelt, als wenn unser Haus brennen würde. Denn es brennt bereits.“

Und das gesagt in einer Kirche #Trostort!

Drastische Sätze sind das. Übertrieben? Brennt wirklich unser Haus? Jugendlicher Überschwang? Nicht ernstzunehmen? Überzogen? Wir haben vorhin in der biblischen Lesung einen Text aus dem Propheten Amos gehört. Und wissen Sie was? Greta Thunberg erinnert mich manchmal an Propheten aus der Bibel. Es ist, wenn man genauer hinschaut, sogar erstaunlich, wie viele Parallelen es gibt. Ich meine damit nicht das landläufige Missverständnis, Propheten seien Menschen, die besonders gut in die Zukunft blicken könnten. Nein, sie sind Menschen, die besonders gut in die Gegenwart blicken können. Sie sind es, die aussprechen, was alle verdrängen. Die hinschauen, wovor alle die Augen verschließen. Die eintreten für diejenigen, für die keiner eintritt. Zu jung um ernstgenommen zu werden, wie Jeremia. Gar nicht besonders prädestiniert für das öffentliche Auftreten, wie der Maulbeerfeigenzüchter Amos. Dafür wortgewaltig. Mit krasser Sprache und bewussten Provokationen. „Ich will, dass ihr in Panik geratet!“ Oder im Alten Testament: „Es wird in allen Gassen Wehklagen sein!“

Ja, es geht noch weiter. Gretas Schulstreik erinnert mich an die „prophetischen Zeichenhandlungen“. So wie Jeremia öffentlich einen Krug zertrümmert, um auf Israels drohendes Schicksal aufmerksam zu machen. (Jer 19) Das tut man nicht! Oder wie er selber ehelos bleibt, um seine Gerichtsprophetie zu unterstreichen (Jer 16). Schauen wir auf die Debatte über die Schule schwänzen. Sie wollen etwas zeigen, dass sich nur so zeigen lässt. Sie nehmen Nachteile und Schwierigkeiten mit Lehrern und Eltern in Kauf, um deutlich zu machen: Es ist nicht irgendein Hobby. „Wozu sollen wir für unsere Zukunft lernen, wenn man uns die Zukunft sowieso klaut?“ kann man hundertmal sagen, man kann es laut schreien, aber es ist doch etwas ganz anderes, wenn man es auch in die Tat umsetzt.

Und: Propheten, Prophetinnen sind immer gleichermaßen bewundert wie angefeindet. Ich finde es geradezu entlarvend, wie wenig in der Öffentlichkeit inhaltlich über ihre Argumente diskutiert wird, und wie sehr man sich stattdessen auf die Person Greta Thunberg kapriziert. Sie ist eine sehr entschiedene, sehr kundige, kluge junge Frau. Und lassen Sie uns endlich das tun, was all die jungen Menschen weltweit von uns verlangen: uns inhaltlich mit ihren Forderungen beschäftigen!

– Wir wissen es seit langem: Wenn wir so weitermachen, haben wir ein Problem – gelinde gesagt. Unzählige Forschungen belegen dies. Die rasante Erderwärmung hängt mit unserem massiven Ausstoß von Klimagasen zusammen und ist ohne jeden vernünftigen wissenschaftlichen Zweifel menschengemacht. Gleichzeitig verursacht der Mensch gerade das größte globale Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier (E. Brandes). Wir sind dabei, diesem wunderbaren Planeten großen Schaden zuzufügen, Gottes wunderbarer Schöpfung, die nach unserer christlichen Überzeugung unendlichen Wert in sich besitzt. Wir handeln gegen Gottes Auftrag, die Erde zu „bebauen und behüten“ (Gen 2,15). Und wäre all dies nicht schon Katastrophe genug, es ist auch noch ausgesprochen dumm. Denn wir zerstören auch unsere eigene Lebensgrundlage. Die Erderwärmung katapultiert uns aus dem globalen Klimaoptimum, das menschliches Leben erst möglich gemacht hat. Es regnet mittlerweile im Winter in Grönland

– 52 Inselstaaten mit 62 Mio Einwohnern drohen durch den Anstieg des Meeresspiegels im wahrsten Sinne des Wortes, der Boden unter den Füßen zu verlieren. Die meiste Fläche wird dabei bereits im Jahr 2050 unbewohnbar sein.

– 23 Prozent aller Säugetiere sind vom Aussterben bedroht.

Drei von vier Vogelarten, die eigentlich hierzulande heimisch sind, gelten mittlerweile als gefährdet.

Und hier kommt auch die Klimagerechtigkeit massiv ins Spiel. Denn wohlhabende Menschen in wohlhabenden Nationen treffen die Auswirkungen deutlich weniger und deutlich später – auch wenn auch bei uns Hitzesommer und Sturmschäden zunehmen. Die Hauptleidtragenden im globalen Süden aber verlieren durch Umweltkatastrophen, Dürren, gewaltsame Konflikte um Wasser, und auf vielen Inseln und Gebieten irgendwann schlicht durch Überschwemmung ihres Staatsgebietes den Grund auf dem ihre Häuser stehen, ihre Arbeit, ihre Familie. Dabei haben sie kaum etwas von dem Schlamassel selbst zu verschulden. Die Hauptverursacher der Klimakrise sind wir Industrienationen im globalen Norden, die wir uns auch besser schützen können. Aber dies ist sehr kurz gedacht. Denn auch hier gilt: Wenn uns schon nicht Nächstenliebe und Solidarität (oder einfacher schlechtes Gewissen) dazu bringen, uns der Ärmsten der Armen anzunehmen, so müsste uns doch wenigstens der Blick auf uns selbst aufschrecken. Bereits heute sind ein Großteil der Migrationsbewegungen wenigstens indirekt von Klimaveränderungen verursacht. Nicht die Migration, die Klimakrise ist die Mutter aller Probleme! Migration ist eines der Ergebnisse der Klimakrise.

Aber die gute Nachricht ist: Wir können noch etwas tun. Wir wissen, dass wir durch schnelles und entschiedenes Handeln die Katastrophe abwenden oder jedenfalls eindämmen können. Zahlreiche Studien zeigen, dass die „Große Transformation“ in Richtung Klimaneutralität technologisch möglich und finanzierbar ist. (wbgu) Wir haben Handlungsspielraum! Um noch einmal die biblischen Propheten ins Spiel zu bringen: Es gibt Propheten, die nach der Katastrophe erklären, warum es zur Katastrophe gekommen ist. Der Amos-Lesungstext gehört nicht dazu, und auch nicht Greta Thunberg und Luisa Neubauer. Sondern sie gehören zu denen, die auftreten, um zu verändern. „Ich möchte, dass ihr handelt!“ sagt sie. „Suchet das Gute und nicht das Böse!“ ruft Amos. Doch es gibt einen großen Unterschied. Bei den biblischen Propheten war das drohende Gottesgericht eine bildhafte Warnung. Heute ist die die drohende Zukunft in wissenschaftlichen Studien schon jetzt detailliert illustriert.

Natürlich: Man kann sich einen Wissenschaftler suchen, der in einzelnen Teilbereichen zu geringfügig abweichenden Ergebnissen kommt, und dann laut verkünden, die Wissenschaft sei sich nicht einig. Oder noch einfacher: Man kann das Ganze schlicht leugnen. Unser Lesungstext aus Amos heute beginnt (im 8 Jh. v. Chr.!) mit „Sie verabscheuen den, der die Wahrheit sagt.“ Die Frage ist: ist es wirklich so schlau, das zu tun? Vielleicht hören heute bestimmte Menschen lieber auf Amos aus der Bibel, als auf moderne Prophetinnen. Kein Problem, Bibellesen ist immer gut. Lassen Sie uns genauer hinschauen, was er sagt: Weil ihr die Armen unterdrückt und von ihnen hohe Abgaben nehmt, so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen, die ihr so prächtig gebaut habt. Ihr bedrängt die Gerechten und nehmt Bestechungsgeld und unterdrückt die Armen vor Gericht (wrtl: „im Tor“, dem Ort der altorientalischen Lokalgerichtsbarkeit).

Also: was haben wir zu tun? Die Armen nicht unterdrücken und von ihnen keine Abgaben einfordern. Das heißt für uns heute: Wir müssen endlich aufhören, eine Weltwirtschaft zu unterstützen, die Millionen von Menschen zu Arbeitssklaven von Großkonzernen macht, anstatt lokale nachhaltige faire Wirtschaft zu fördern, die Menschen wie Menschen behandelt, das Klima bewahrt und vor Umweltkatastrophen besser gewappnet ist. (Abgaben sind der Preis für unseren Lebensstil) Es gibt so viele tolle Initiativen. Als Verbraucher haben wir die Möglichkeit, diese zu unterstützen. Aber das Ganze muss endlich auch auf die Ebene der internationalen Politik gehoben werden, anstatt die Verantwortung einfach auf die Einzelnen abzuschieben Natürlich sollten wir fair gehandelte Bioprodukte kaufen, das ist gut. Aber es geht um Standards, um Gesetze, um Handeslsbeziehungen, um einen Preis für CO2! Also um das große Ganze und um das kleine auch! Denn wenn Standards hinsichtlich der fairen und nachhaltigen Produktionsbedingungen oder der Verringerung der Plastikverpackungen vorgeschrieben sind, müsste nicht der/die einzelne im Supermarkt stundenlang Packungsaufschriften studieren (Lesebrille), die doch am Ende undurchsichtig bleiben. Dennoch: sie sollten jetzt nicht nach dem Gottesdienst an die nächste Currywurstbude laufen. Nach dem Motto: die KGE hat gesagt, ich kann wieder Antibiotika-Fleisch aus Massentierhaltung essen. Hat sie nicht! Wäre schlecht für die Gesundheit. Und fürs Klima. Denn natürlich ist die Lebensweise des Einzelnen politisch. Und zwar dopelt. Sie bewirkt Reales und sie macht Druck. Wenn sie fairen Kaffee kaufen, sich für die Produktionsweise des T-Shirts interessieren oder für die Frage, ob ihr Handmixer eigentlich reparierbar ist, dann ist das nicht lapidar und wird auch Druck auf die Verhältnisse machen und exakt darum geht es.

Beim Propheten Amos geht es weiter mit: Die Unschuldigen (wrtl: die Gerechten) nicht bedrängen. Ins Heute übersetzt: Bei den klimarettenden Maßnahmen die Gerechtigkeit im Blick haben. Das Pariser Klimaabkommen formuliert so schön: „[Wir sind] geleitet von […] dem Grundsatz der Gerechtigkeit und der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten angesichts der unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten.“ Klimagerechtigkeit heißt: Die Hauptverursacher, also wir, tragen auch den größten Teil der Verantwortung. Wir westlichen Industrienationen sind als allererste gefragt, unsere Hausaufgaben zu machen. „Können wir sonst erwarten, dass Länder wie Indien oder Nigeria sich für die Klimakrise interessieren, wenn wir, die wir bereits alles haben, uns nicht um Fairness und unsere Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen kümmern?“ (Greta Thunberg in ihrem TED-Talk) Zu sagen, solange Amerika und China sich nicht ändern, brauchen wir erst gar nicht anfangen, verschiebt die Verantwortung auf andere und zementiert den Status quo.

Weiter im Amos-Text: Wir sollen die Armen vor Gericht nicht unterdrücken. Wenn die Leidtragenden der Klimakrise, die es bereits heute zu Millionen gibt, ihr Recht einfordern, dass ihnen in ihrem Leid geholfen wird, sind wir gefordert, ihnen ihr Recht nicht vorzuenthalten. Dazu gehört Katastrophenhilfe, dazu gehört aber auch Rechtshilfe wie ein Klimapass. Wir Grünen diskutieren schon länger über einen Klimapass nach dem Vorbild des Nansen-Passes, der 1922 für russische Flüchtlinge entworfen wurde. Wenn Menschen aufgrund der Klimaerhitzung ihre Heimat verlieren, müssen sie als Klimaflüchtlinge anerkannt werden und durch den Klimapass staatsbürgergleiche Rechte in sicheren Staaten erhalten. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen hat letztes Jahr den Vorschlag eines Klimapasses empfohlen. Der Klimapass verdeutlicht den konkreten Zusammenhang zwischen Verursachern und Geschädigten. Der Tag ist deshalb auch nicht fern, an dem westliche Staaten und westliche Firmen verklagt werden könnten (im Einzelnen schon jetzt). Was unterscheidet rechtlich denjenigen, der CO2 emittiert und damit dazu beiträgt, dass Inseln in der Südsee durch den ansteigenden Meeresspiegel überschwemmt werden, von demjenigen, der Abwasser auf das Grundstück seines Nachbarn leitet und diesem dafür schadenersatzpflichtig ist?

Beim Propheten Amos wird klar: Gerechtigkeit gegenüber den Armen und den Unterdrückten ist keine Fleißaufgabe, die wir erfüllen können, wenn wir uns um alles andere gekümmert haben. Sondern eindringlich mahnt Amos, dass Gott selbst auf Seiten der Armen steht, sich mit ihnen solidarisiert, mit ihnen mitleidet. Natürlich glauben wir an einen Gott, der barmherzig ist und uns trotz unserer Fehler liebt. Aber das ändert nichts daran, dass er leidenschaftlich gegen jede Art von Ungerechtigkeit eintritt. Gerechtigkeit gegenüber der Schöpfung. Gerechtigkeit gegenüber den Leidtragenden, auch wenn sie weit weg oder in der Zukunft leben. Und Gerechtigkeit gegenüber den Leidtragenden im eigenen Land, denn Ernteausfälle, Sturmschäden, Feinstaub und Antibiotika im Billigfleisch schaden gerade den Ärmeren am meisten.

Unser Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft kann nur in Verbindung mit ökologischen und zukunftsgewandten Technologien gesichert werden. Weiterhin die Vergangenheit und überkommene Technologien zu subventionieren schafft nur Arbeitsplätze mit Verfallsdatum. Der klimarettende Strukturwandel hingegen bedeutet für uns alle ein Gewinn an Lebensqualität, sozialer Gerechtigkeit und ökonomischer Stärke.

Wenn wir die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreichen, wird die weltweite ökologische und soziale Misere innerhalb bestimmter Grenzen bleiben, und dementsprechend auch die zukünftigen Herausforderungen in ethischer, finanzieller, rechtlicher und organisatorischer Hinsicht. Anderswo und bei uns. Wir müssen diese Ziele erreichen. Wenn wir dies aber realistisch angehen, müssen wir radikale Maßnahmen treffen. Wir müssen es, wenn wir realistisch sind. Hätten wir vor 10 oder 20 Jahren begonnen, wäre jetzt ein sanfterer Strukturwandel möglich. Wenn wir noch 10 Jahre warten, wird die Radikalität der unumgänglichen Maßnahmen steigen. Wir brauchen jetzt: die Verkehrswende, den Ausstieg aus der Massentierhaltung, den Kohleausstieg, immerhin mittlerweile endlich geplant und 100% erneuerbare Energien. Die Natur bietet uns unerschöpfliche Quellen: In weniger als 30 Minuten strahlt die Sonne mehr Energie auf die Erde als die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht!

Der Blick auf positive Entwicklungen sollte uns Mut machen. Schon dass es das Pariser Klimaabkommen gibt, ist trotz all der Rückschritte ein Segen. Es gibt darüber hinaus globale Bewegungen der Kommunen und Regionen, z.B. die gemeinsame Absichtserklärung „Under2“ von Kalifornien und Baden-Württemberg, dem mittlerweile über 220 lokale Regierungen beigetreten sind, die über 1,2 Mrd. Menschen und 43% der Weltwirtschaft repräsentieren. Es gibt Druck von Seiten der Rechtsprechung: In Kolumbien haben Kinder und Jugendliche 2018 erfolgreich die Regierung verklagt und gewonnen. Auch in den Niederlanden war eine Klage gegen die Regierung erfolgreich. Insgesamt steigt weltweit die Zahl der Klagen, z.B. klagen Deutsche von der Insel Pellworm gegen Klimaerhitzung. Es gibt auch Bewegung aus den Unternehmen: Einige haben schon interne CO2 Preise eingeführt. Die Kirchen setzen sich schon lange für das Thema ein, ich erinnere nur an die Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus. Ein herausragender Text. Meine evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat mit Beginn der Fastenzeit eine Petition für ein Tempolimit 130 gestartet. Und ja, auch der/die einzelne kann etwas tun. Immer mehr Menschen achten auf ihren ökologischen Fußabdruck und versuchen, ihn möglichst klein zu halten: bewusster heizen, weniger Auto und Flugzeug, weniger Fleisch – je mehr wir sind, desto mehr Unterschied macht es. Dass immer mehr Menschen für das Problem sensibilisiert werden ist unheimlich wichtig und erzeugt den notwendigen Druck. Neben fridays for future entstehen weitere Bewegungen: scientists for future, parents for future, teachers for future. Denn das ist es was die Kinder und Jugendlichen eigentlich von uns erwarten: Das wir in Politik und Wirtschaft unsere Arbeit machen und ihnen diesen Planeten bewahren.

Wird es uns gelingen? Ist es Amos gelungen? Viele haben ihn verhöhnt und weitergemacht wie bisher. Wir wissen, dass vollständige soziale Gerechtigkeit immer wieder neu erkämpft werden muss und allzu oft ein fernes Ziel geblieben ist und eine Utopie bleibt. Aber seine Texte wurden gelesen und weitergeschrieben, und schließlich in den Kanon der Heiligen Schrift aufgenommen. Wir wissen gar nicht, wie viel Gutes sie bewirkt haben.

Klimagerechtigkeit wird nicht so verwirklicht werden, wie wir es uns wünschen. Dazu sind wir Menschen, aus christlicher Sicht: Sünder. Aber ob Klimagerechtigkeit so gut es geht Wirklichkeit werden wird, liegt daran, wie gut wir auf unsere Propheten hören. Wir haben Handlungsspielraum. Klimagerechtigkeit ist mehr als eine Utopie. Sie ist unser Ziel.

Schreckliche Nachrichten von den tödlichen Anschlägen auf #srilanka am Osterwochenende.Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir, dass es ihnen bald wieder besser geht. Terror&religiöser Hass-egal gegen oder von wem-hat in dieser Welt nichts zu suchen!

„Die Zauberlehrlinge“ sind da. Ab heute im Buchhandel. Max Steinbeis/⁦⁦@Verfassungsblog⁩ und ich sind dem Vorwurf, die Regierung habe im Sommer 2015 „das Recht gebrochen“ nachgegangen. Und wir beschreiben, wohin er führte.

Herzlichen Glückwunsch @FahrradClub zum 40. Geburtstag! Danke für Euren Einsatz für #Radverkehr und #Verkehrswende. Haben da (virtuell) mal was gebacken...

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