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14.03.2018

Fahrplan zur Armutsbekämpfung

Das sind die dringendsten Stellschrauben, an denen eine Bundesregierung, die ihrer sozialpolitischen Verantwortung gerecht werden möchte, drehen muss. Sie darf die Armutsbekämpfung nicht weiter an Ehrenamtliche auslagern.

Deutschland ist ein wohlhabendes Land. Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie lang nicht mehr, Vollbeschäftigung ein realistisches Ziel. Doch Deutschland ist auch ein zunehmend ungleiches Land, in dem sich Arm und Reich in den letzten Jahren voneinander entfernt haben. Ältere Menschen, die mit dem Sammeln von Pfandflaschen ihr Leben finanzieren, sind gewohntes Bild in unseren Städten. Viele Kinder bekommen kein warmes Essen in der Schule, weil das Geld nicht reicht. Fast 1000 Tafeln in Deutschland stehen regelmäßig 1,5 Millionen Menschen als sozialer Ort zur Verfügung: mit Lebensmitteln, mit Beratung und mit persönlicher Zuwendung.

Fast 13 Millionen Menschen in Armut, eine Armutsquote von 15 Prozent, machen deutlich: Hier stimmt was grundsätzlich nicht. Die Gruppe derer, die über Generationen in materieller Armut leben und damit von Zukunftschancen ausgeschlossen sind, ist seit Jahren konstant groß. Hinzu kommen viele, für die trotz guter Bildung und beruflicher Anstrengungen das Gehalt nicht zum Leben reicht. Und wiederrum Andere erleben den Druck am Wohnungsmarkt als Armutsrisiko oder soziale Bedrohung. Armut und Ausgrenzung bedrohen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Die Aufnahme von Flüchtlingen hat unser Land vor neue Herausforderungen gestellt. Wenn durch Verteilungsdebatten Gruppen gegeneinander stehen, die zu den Schwächsten in unserem Land gehören, ist Veränderung geboten. Wir dürfen nicht zulassen, dass gesellschaftliche Gruppen – Arme und Schutzsuchende, Alte und Junge, Alleinstehende und Familien – gegeneinander ausgespielt werden. Bei solchen Signalen der Überforderung und versagender Strukturen ist politisches Handeln gefordert.

Worauf es jetzt ankommt: Armut muss wieder politischer Handlungsauftrag für die Bundesregierung werden. Alle reden über Heimat, aber wir vergessen, der Person und Würde jedes Einzelnen einen Platz zu geben. Unser Sozialsystem muss wieder in die Lage versetzt werden, all jene aufzufangen, die wirtschaftlich, sozial, kulturell oder regional abgehängt werden. Wir müssen vieles ändern, aber vor allem unsere Haltung: alle Menschen, die in unserem Land leben, gehören dazu und deshalb gehen uns diese Probleme auch alle an. Es sind unsere Probleme. Und wir werden sie lösen.

1. Bekämpfung der Kinderarmut, raus aus dem Bürokratiedschungel

Kinderarmut prägt fürs ganze Leben. Damit alle Kinder gute Chancen haben, muss im Kampf gegen die Kinderarmut mindestens der gleiche Betrag aufgewendet werden, der in die Erhöhung von Kindergeld und -freibetrag fließt: 3,5 Mrd. Euro. Geringverdienende Eltern, deren Einkommen nicht auch noch für ihre Kinder reicht, brauchen direkte und unbürokratische Förderungen statt Antragsdschungel. Damit der Kinderzuschlag die anspruchsberechtigten Kinder auch tatsächlich erreicht, muss er nicht nur existenzsichernd sein, sondern auch vereinfacht und endlich automatisch ausgezahlt werden.

2. Mehr Geld für Arme

Rund acht Millionen Menschen leben von der Grundsicherung. Doch die reicht nur für das Allernötigste und schon geringe Ausgaben, eine neue Waschmaschine oder die Monatskarte für den ÖPNV, werden zum finanziellen Risiko. Damit unsere sozialen Sicherungssysteme wirklich vor Armut schützen und Teilhabe ermöglichen, müssen die Regelsätze erhöht werden – darüber sind sich auch alle Sozialverbände einig.

3. Garantierte Rente, die zum Leben reicht

Mit ihrem Rentenvorschlag können Union und SPD nicht garantieren, dass jeder, der ein Leben lang gearbeitet hat, im Alter auch eine Rente bezieht, die oberhalb des Existenzminimums liegt. Menschen mit einer Minirente bleiben auch in Zukunft auf die Grundsicherung angewiesen. Deswegen braucht es eine Garantierente, mit der Menschen, die den größten Teil ihres Lebens gearbeitet, Kinder erzogen, andere Menschen gepflegt oder sonstige Anwartschaften in der Rentenversicherung erworben haben, nicht auf die Grundsicherung angewiesen sind.

4. Individuelle Lohnzuschüsse für diejenigen ohne absehbare Chancen auf ungeförderte Beschäftigung

Obwohl wir Vollbeschäftigung ins Ziel genommen haben, sind immer noch etwa eine Million Menschen seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung. Oft passen Kompetenzen und Fähigkeiten dieser Menschen nicht zu den Bedarfen der Unternehmen. Um aber auch ihnen Teilhabe zu ermöglichen und Perspektiven zu eröffnen, brauchen wir einen verlässlichen sozialen Arbeitsmarkt. Das funktioniert über eine individuellen Zuschuss von bis zu 100% des Arbeitsentgeltes für diejenigen, die absehbar keine Chancen auf ungeförderte Beschäftigung haben.

5. Faires, gutes und günstiges Wohnen

Bisher hat die große Koalition keine gemeinsame Strategie entwickelt, um zu verhindern, dass Wohnen immer mehr zur sozialen Frage wird. Mieten steigen, die Wohnungssuche ist vielerorts ein Glücksspiel, Obdachlosigkeit unübersehbar. Es reicht: Wohnen ist Teil der Daseinsvorsorge und kein Luxus. Es braucht eine grundsätzliche Neuausrichtung der Wohnungs- und Baupolitik hin zu mehr Gemeinwohl. Mit einer neuen Wohngemeinnützigkeit – eine attraktive Förderung für eine Million dauerhaft günstige und sozialgebundene Wohnungen zusätzlich, einer funktionierenden Mietpreisbremse und mehr Wohngeld. Zur Verringerung der Obdachlosigkeit brauchen wir ein nationales Aktionsprogramm und besseren Kündigungsschutz.

6. In Bildung investieren

Noch immer verlassen jedes Jahr fast 50.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss und ohne Chancen. Heute in Bildung zu investieren heißt, Armut morgen gar nicht erst entstehen zu lassen. Gute Bildung muss es für alle geben, überall. Deshalb muss sich der Bund stärker beteiligen bei Qualität und Quantität des Kita-Angebots. Wir brauchen ein Ganztagsschulprogramm und eine Ausbildungsgarantie für Jugendliche. Berufsschulen müssen besser ausgestattet und Hochschulen modernisiert werden. Und in einer Arbeitswelt, die sich mit der Digitalisierung rasanter ändert als je zuvor, muss sehr viel mehr in Fort- und Weiterbildung investiert werden. In manchen Stadtteilen stapeln sich die Probleme. Mit 3,5 Mrd. € in einem eigenen Förderprogramm für Schulen in besonders schwierigen Stadtteilen und in abgehängten Regionen soll zusätzliches Personal – mehr Lehrerinnen, Erzieherinnen, Sozialpädoginnen etc. – finanziert werden.
Katrin Göring-Eckardt, 13.03.2018

Volles Haus beim #Kinderarmut-Kongress von @GrueneBundestag.

Wie geht #stopkinderarmut?
Mit #Kindergrundsicherung, höh. #Hartz4-Regelsätzen & guter Infrastruktur #familienstärken

Eindringl. Impuls von @banxee72:
#Alleinerziehende sind #KeineFamiliezweiterKlasse
#stopkinderarmut

2

„Ich hatte es so satt bei Kik einkaufen zu gehen!“ ⁦@saarahhnr⁩ über #kinderarmut und Ungerechtigkeit. Ihre Forderung: Wege finden, dass kein Kind zurückgelassen wird. ⁦@GrueneBundestag⁩ ⁦@GoeringEckardt⁩ #Familientagung

Jedes 5. Kind in Deutschland lebt in Armut - immer noch. Beschämend für ein so reiches Land!
@GrueneBundestag diskutieren heute mit vielen Gästen auf einer Konferenz, wie wir #Familienstärken und #Kinderarmut überwinden.
Freue mich, dass ich die Begrüßung übernehmen durfte.

Vielleicht sollten wir alle einen Moment innehalten und darüber reden, worüber wir reden - oder seit Monaten auf Seite 1 berichten, liebe Bild.

...und vielleicht könnten wir uns dann den wirklich drängenden Problemen unserer Zeit widmen? #Klimakrise #Wohnungsnot #Demografie #Pflegenotstand #Fluchtursachen #Armut
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3 Tagen zuvor

Vielleicht sollten wir alle einen Moment innehalten und darüber reden, worüber wir reden - oder seit Monaten auf Seite 1 berichten,  liebe Bild.

...und vielleicht könnten wir uns dann den wirklich drängenden Problemen unserer Zeit widmen? #Klimakrise #Wohnungsnot #Demografie #Pflegenotstand #Fluchtursachen #Armut

 

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Mit diesen Themen lässt sich aber keine (Landtags-) Wahl gewinnen. Da müsste man ja konstruktive Vorschläge erarbeiten und über die eigene Partei hinaus Lösungen beschließen. Nein, nein, da kann man besser weiter den Geflüchteten die Schuld an den Problemen unseres Staates geben ( mutterallerprobleme)

#Klimakrise, seit wann ist CO2 ein klimaschädliches Gas? Sagt Ihnen der Begriff Photosynthese etwas? #Wohnungsnot, bekommen sie nicht einmal in den Griff in den BL in denen sie (als Grüne) regieren #Demografie, wie sieht’s denn bei Ihnen mit Nachwuchs aus?🤔🤨 #Pflegenotstand, Wer hatte die Branche gleich nochmal privatisiert? #Fluchtursachen, kann man nur bekämpfen, sofern man endlich die Geburtenraten verringert (Rassismuskeule?) #Armut, dank z.B. energetischer Bausanierung etc. sind selbst Sozialwohnungen so teuer geworden, dass Wohnraum zum Luxus wird.

Fragen Sie mal in Bamberg Ost ! In unmittelbarer Nähe der AEO und fragen Sie mal warum die Ladendiebstähle da in der Gegend so hoch waren. Oder fragen Sie mal Sylvester an der Domplattform in Köln nach .

Das sagen sie bitte mal den Familien der Opfer die in letzter Zeit getötet wurden ..

Innehalten, um sich anschließend um die wirklich wichtigen Probleme zu kümmern, wer wollte da widersprechen ? Solange sich aber die Grünen einerseits für offene Grenzen und damit unbegrenzeten Zuzug einsetzen und sich andererseits jeglicher Abschiebung, auch von abgelehnten Asylbewerbern, entgegenstellen, werden die "wirklich drängenden Probleme" (Wohnungsnotstand, Arbeitslosigkeit, Armut, Integrationsdefizite, etc.) nicht kleiner, sondern größer. Daher besteht gerade bei den Grünen ein eklatanter Widerspruch zwischen "gut gemeint" und "gut gemacht".

Mich wundert, dass niemand den Mut hat, der Katrin zu sagen, welch einen Stuss sie erzählt.

Oh mein Gott! Wo wurde denn diese Befragung gemacht? Bestes Beispiel für Fake News!

Bei der Bild denkt niemand verantwortungsvoll nach, da geht es nur um Auflage

Einen Moment inne halten! Und das von Ihnen Frau Katrin Göring-Eckardt!? Wo Sie und Ihre Partei sich in den vergangenen Monaten, ich will eigentlich schon sagen Jahren, fast nur damit beschäftigen, anderen Menschen, Menschengruppen, Ländern zu kritisieren. Sei es die AFD, die bei Ihnen den ersten Platz auf Ihrer Agenda einnimmt, seien es die Bürger, die in Chemnitz oder anderswo auf die Straßen gehen, sei es Putin oder Russland, Erdogan,... Es wird wirklich Zeit, dass Sie aufhören, sich nur an anderen abzuarbeiten und sich an das erinnern, wofür die GRÜNE ursprünglich mal gestanden hat.

Ja, das wäre doch mal was für ein echtes, ein ernst gemeintes "Bild kämpft für sie...., für bezahlbare Wohnungen, für Löhne die zum Leben reichen, gegen Kinder- und Altersarmut....".

Das eigentlich interessante an diesem Post ist das Frau Göring-Eckardt wieder etwas in dem Raum schmeißt aber zu dieser Diskussion nicht mit einem Wort Beiträgt!!

Schau mal Lukas , ähnlich wie wir es kartiert haben ... viel medialer Wirbel um nichts...

Eine Umfrage von ZDF enthält ca soviel Wahrheit wie die Aussage “ich habe die Nutzungsbedingungen gelesen“ - aber Sie, Frau von und zu Eckhard, beziehen sich ja gerne auf falsche Tatsachen siehe ihre “Reden“ im Bundestag.

Vielleicht könnte man in der nächsten Umfrage fragen, wo und welche Probleme es gibt und die vor Ort lösen. Vielleicht sind die dann ja zum Beispiel identisch mit Wohnungsnot.

Schade, Anstand, Vernunft und Verantwortung sind zur Zeit nicht so aktuell, leider.

Befragen Sie doch einfach Personen, die in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften leben. Dort gibt es massive Probleme! Jemanden aus Grünwald zu fragen ist doch eher am Thema vorbei und völlig absurd. Sie beschwichtigen nur die wahrhaftigen Probleme, die hier herrschen! Das ist gefährlich!

Auf was basiert diese statistik? Welche Leute wurden gefragt? Wie viele Leute wurden gefragt? In welchen Städten? Und warum wird in ost/West aufgeteilt obwohl es nur ein Deutschland gibt?

Das größte Problem in Deutschland ist die wachsende Intoleranz, das sich nicht Einlassen auf Neues.....seid weltoffen, fair und positiv, dann bekommt ihr das zurück.....wir sind in allen anderen Ländern Gäste...so lasst uns für die, die es verdienen, gute Gastgeber sein....

Wir haben aber viel wichtigere Dinge, die verändert werden müssen und wichtiger sind, als diese ewige Flüchtlingsdebatte.

Haben sie die Grafik selber gemalt? Mit Zahlen haben sie es ja nicht so! Wahrscheinlich haben sie nur Ihre Parteimitglieder befragt? Unfassbar!

Die wichtigsten Themen für mich sind: Runter mit den Steuern, auch und gerade weg mit der Steuer von der Rente! Keine Steuern auf Plastik, sondern Plastik verbieten! Endlich neue Technologie für saubere Autos, es gibt bessere Alternativen, als das E.-Mobile! Auch hier: Weg mit den Steuern, weg mit den Lobbyisten! Wohnungsbau nicht blockieren: Weg mit der Grunderwerbssteuer! Weg mit staatlichen Eingriff im Wohnungsmarkt! Bauen leicht machen, dann reguliert sich der Markt von alleine! Hände weg von Planwirtschaft! Altenpflege muß liebevoll sein. Schauen wir uns etwas von den türkisch geführten Altenheimen ab! Mehr Geld für Bildung-und zwar schon im Vorschulalter, damit wir der Chancengleichheit etwas näher kommen...u.s.w. Zum Abschluß: Eine geregelte Einwanderung und denken wir daran: Menschen sind keine Ware! Sie werden auch in ihren Ländern gebraucht!

Das sagt ihr jetzt, aber das wollt ihr in Wirklichkeit nicht ihr macht im Hintergrund weiter das die weiter und weiter überwiegend diskutiert werden....!!!!

Sprachlos... Vielleicht sollte man ausschließlich Bewohner von Städten und dann die Bürger in den Gegenden befragen wo Migranten untergebracht sind, ich kann mir nicht vorstellen das man in Ingersleben Probleme mit Flüchtlingen hat wenn da überhaupt welche untergebracht wurden! Diese Umfrage ist genau so viel wert wie eine leere einweg Flasche!!! Wenn man Wohnen bezahlbar halten möchte, sollte man sich mal um die Anpassung der West und Ostgehälter kümmern, damit wären Wohnungen für viele Familien auf einen Schlag wieder Bezahlbar. Und wenn man dann noch die Wohnungsnot beseitigen möchte, dann sollten man Städte und Kommunen auffordern das anmieten von bezahlbaren Wohnraum zur Unterbringung von Migranten zu unterlassen, oder weshalb gibt es denn 100e von leerstehenden containerdörfen in diesem Land! Wenn man den Pflegenotstand beseitigen möchte, dann sollte für eine überdurchschnittliche Bezahlung der Pflegekräfte sorgen, denn die Leisten auch überdurchschnittliches! Dann und erst dann finden sich auch ausreichend Pflegekräfte und die die es werden möchten!! #undihrwolltpolitikersein Und NEIN ich nicht rechts, ich bin klardenkender Bürger !

Quelle: ZDF 🤦‍♂️😂😂😂😂😂KEIN KOMMENTAR.... Ja die Taste klemmt manchmal.

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