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Wo ich zu Hause bin und wie ich denke

Ich heiße Katrin Göring-Eckardt.
Auf dieser Seite stelle ich mich vor.

 

Ich komme aus Thüringen.
Das ist meine Heimat.
Ich wurde in Friedrichroda geboren.
Das ist eine Stadt am Großen Insel-Berg.

 

Meine Eltern hatten eine Tanz-Schule in Friedrichroda.
Damals war Friedrichroda noch in der DDR.

 

Bis 1990 war Deutschland geteilt.
Es gab 2 verschiedene deutsche Länder.
In West-Deutschland war es die Bundes-Republik Deutschland.
Und in Ost-Deutschland war es die Deutsche Demokratische Republik.
Die Abkürzung dafür ist DDR.

 

Als ich Jugendliche war, haben die Menschen in meiner Nähe über die Politik in der DDR geredet.
Sie haben gesagt: Eigentlich ist die Politik in der DDR ganz gut.
Aber sie haben sich gewünscht, freier zu sein.

Solche Gespräche habe ich als Jugendliche oft gehört.

 

Meine Mutter durfte in der DDR kein Abitur machen.
Sie ging damals zur Jungen Gemeinde.
Das war eine Kirchen-Gruppe für Jugendliche in der DDR.
Die Regierung wollte damals nicht, dass die Menschen in die Kirche gehen.
Meine Mutter hat es trotzdem gemacht.
Dafür bewundere ich meine Mutter.
Sie steht zu ihrer eigenen Meinung.
Auch wenn andere Menschen ihre Meinung nicht gut finden.
Sie macht das, was sie richtig findet.
Das habe ich von ihr gelernt.
Es ist mir auch in meinem Leben wichtig.

 

 

Meine Nachbarschaft

Wenn ich in Berlin bin, wohne ich im Wedding.

Viele sagen immer: „Der Wedding kommt!“

Damit meinen sie: Es wird bald modern, in Wedding zu wohnen.

Ich wohne jetzt schon gerne da.

 

Ich mag meinen Stadt-Teil.
Wedding ist bunt.

Man hat viel Abwechslung.
Es gibt viele Pflanzen und Bäume in Wedding.
Und ich mag meine Nachbarn.
Sie sind echt.

 

Ich gehe auch Laufen im Wedding.
Es gibt eine schöne Lauf-Strecke.
Sie geht an der Panke entlang.
Die Panke ist ein kleiner Fluss.
Ich laufe dort immer.
Ich empfehle Ihnen: Gehen Sie auch dort Laufen.
Es ist schön.

 

 

Eine laute, große Familie

Thüringen ist auch Familie.

Ich habe 2 Söhne.
Meine Söhne haben 3 ältere Halb-Geschwister.
Ich bin Oma.

 

Manchmal treffen wir uns alle zusammen: Familie und Freunde.
Dann sitzen wir an einem großen Tisch.
Wir essen zusammen.

Wir reden.

Und wir lachen.

Diese Tage mag ich am liebsten.

An diesen Tagen denke ich nicht an Politik.

Und ich denke nicht an Berlin.

Dann bin ich ganz und gar in Thüringen.

 

Ich habe einen Garten.
Er ist in Ingersleben.
Auch in dem Garten geht es manchmal um Politik.
Um die Politiker meiner Partei „Die Grünen“.
Dort ist eine Idee entstanden.
Die Idee „Familie ist, wo Kinder sind“.

 

So stellt sich meine Partei „Die Grünen“ Familie vor.
Früher dachten alle: Zu einer Familie gehören immer Mutter, Vater und Kind.

Heute gibt es viele Familien, die anders leben.

Zum Beispiel: Kinder leben nur mit ihrer Mutter zusammen.

Oder nur mit ihrem Vater.
Oder: 2 Männer leben mit Kindern zusammen.

Oder: 2 Frauen leben mit Kindern zusammen.
Oder: Viele Kinder und viele Erwachsene leben zusammen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten.

Und das alles ist Familie.

Finden wir von der Partei „Die Grünen“.

Darum machen wir in unserer Politik „Politik für Kinder“.
Das ist uns wichtig.

 

 

Glaube & Freiheit

Meine Mutter ging früher in die Kirche.

Sie ging zur Jungen Gemeinde.

Das war eine Kirchen-Gruppe für Jugendliche in der DDR.

Ich bin später auch zur Jungen Gemeinde gegangen.

Dort konnte ich frei sein.

Es hat sich gut angefühlt.

 

Ich glaube an Gott.

Darum trage ich eine Hals-Kette mit einem Kreuz.

Das Kreuz ist ein Zeichen für meinen Glauben.

Ich habe die Kette schon sehr lange.

Ich hatte sie schon als Jugendliche.

Heute habe ich sie immer noch.

 

Ich habe die Kette auch früher in der Schule getragen.

Meine Lehrer und Lehrerinnen wollten das nicht.

Sie haben gesagt, ich soll die Kette in der Schule nicht tragen.

Das war komisch für mich.

Ich habe die Kette dann nicht mehr in der Schule getragen.

Aber es hat sich nicht gut angefühlt.

Denn mein Glauben ist ein Teil von mir.

 

Das ist heute anders.
Alle Menschen können ihren Glauben offen zeigen.

Man kann ein Kreuz offen tragen.

Egal, wo man ist.

Auch Zeichen für einen anderen Glauben.

Das finde ich gut.

Daran merkt man: Wir können frei leben.

 

Früher wollten 2 Menschen mir sagen, was ich denken soll:

  • mein Vater
  • Erich Honecker

 

Erich Honecker war damals der wichtigste Politiker in der DDR.

 

Beide haben es nicht geschafft.

Ich kann immer noch frei denken.

 

 

Berufs-Wunsch: Lehrerin

Ich habe immer gerne gelesen.

Ich finde Bücher toll.

Das war schon immer so.

Als Jugendliche wollte ich Lehrerin werden.

Aber meine Lehrerin hat damals mit mir geredet.
Sie hat gesagt: Du kannst nicht Lehrerin werden.

Und sie hat es mir auch erklärt.

Meine Lehrerin wusste: Ich glaube nicht an die Politik in der DDR.

Aber als Lehrerin in der DDR musste man den Kindern erzählen:
Die Politik in der DDR ist richtig.
Das war nicht meine Meinung.
Darum hat meine Lehrerin gesagt: Ich kann nicht Lehrerin werden.

Sie wusste: Ich will meine Meinung sagen.
Zu Hause und in der Öffentlichkeit.
Sie wusste: Ich will mich nicht verstellen.

 

 

Seit Tschernobyl denke ich über Politik nach

Manchmal fragen mich Menschen: Seit wann denkst Du über Politik nach?

Ich kann den Tag genau sagen.

Es ist seit April 1986.

 

Damals gab es einen schlimmen Unfall.

Ein Atom-Kraftwerk ist explodiert.

Bei diesem Unfall wurde viel zerstört.
Man schätzt: 4.000 Menschen sind dabei gestorben.
Und es gibt schlimme Schäden für die Umwelt. Bis heute.

 

Damals waren die Nachrichten nicht so schnell wie heute.

Wenn heute etwas passiert, erfahren es die Menschen auf der Welt sehr schnell.
Das war im Jahr 1986 anders.

 

Es gab den schlimmen Atom-Unfall in Tschernobyl.
Aber die Menschen haben erst nach und nach davon gehört.
In den Nachrichten wurde nicht gleich gesagt, wie schlimm der Unfall war.

Man hat erst nach und nach mehr gehört.

 

Ich habe damals viel über den Atom-Unfall geredet.

Mit meinen Freunden und Freundinnen.

In der Kirche.

Mit vielen verschiedenen Menschen.

Wir haben uns ausgetauscht.

Wir haben darüber geredet: Was verändert sich jetzt?

 

Diese Informationen haben wir gesammelt.

Und wir haben sie weiter-gegeben.

Damit so viele Menschen wie möglich davon erfahren.

 

Viele Menschen waren entsetzt über den Atom-Unfall.

Es war ein Schock.

Aber es hat auch etwas verändert.

Viele Menschen haben sich mehr Fragen gestellt als vorher.

Sie haben sich gefragt:

Was kann noch schief gehen in der Welt?

Was kann man verändern?

Was wird in der Politik geheim-gehalten?

Was kann man für die Umwelt tun?

 

Viele Menschen haben mehr über diese Fragen nach-gedacht.

Und sie haben darüber geredet.

In vielen verschiedenen Gruppen.

So war es auch bei mir.

 

 

Klar grün

Dann habe ich die Politik der Partei Dir Grünen kennen-gelernt.

Ich fand die Politik nicht sofort gut.

Aber auf den 2. Blick schon.

 

Seit 1989 mache ich Politik.

In der Partei Bündnis 90 habe ich mich zu Hause gefühlt.

Diese Partei hat sich dann mit der Partei Die Grünen zusammen-geschlossen.

 

Schnell habe ich gemerkt:
Die Grünen und ich haben ähnliche Ziele.
Wir denken über ähnliche Themen nach.

Und wir reden über schwierige Fragen.

Wir wünschen uns Freiheit.
Wir wollen unsere Gesellschaft verändern.

Und Umwelt-Schutz ist uns wichtig.

Das steht im Partei-Programm der Grünen.

Diese Ziele sind den Grünen wichtig.

Und sie sind mir wichtig.

Trotzdem war es nicht immer leicht mit mir und den Grünen.

Aber jetzt bin ich in meine Partei verliebt.

 

 

Zusammen etwas Neues machen

Oft werde ich gefragt: Macht etwas Neues dir Angst?

Hast du Angst, wenn sich etwas verändert?

 

Im Moment verändern sich viele Dinge in Deutschland.

Zum Beispiel:

  • Viele Flüchtlinge kommen aus anderen Ländern nach Deutschland.
  • Es gibt Anschläge in verschiedenen Städten.
    Dabei werden Menschen verletzt.
    Oder Menschen sterben dabei.
  • Viele Menschen fragen sich:
    Kann man in Deutschland noch sicher leben?

 

Ich habe keine Angst vor Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen.

Dadurch werden sich Dinge in Deutschland verändern.

Aber ich bin mir sicher:

Wir können das schaffen.

Zusammen.
Wir als Gesellschaft.

 

Viele Menschen in Deutschland sind dadurch unsicher.

Aber wir haben schon viel geschafft.

Das schaffen wir auch.

 

An manchen Stellen gibt es noch Probleme.

Zum Beispiel:

  • Nicht alle Flüchtlinge haben eine gute Ausbildung.
  • Es gibt noch nicht genug Wohnungen für alle Flüchtlinge.

 

Diese Probleme kann man nicht schnell lösen.

Aber ich will daran mit-arbeiten.
Ich rede mit vielen Leuten.

Ich frage: Was wird gebraucht?

Und dann fange ich an.

Ich will etwas tun.

Ich will keine Angst haben.

 

Ich finde es gut, so zu arbeiten.

Das habe ich in meinem Leben gelernt.

Ich habe schon einmal erlebt:
Es macht frei, wenn sich Dinge verändern.

Daraus kann etwas Gutes entstehen.

Wenn man zusammen daran arbeitet.

Das können wir zusammen schaffen.

 

 

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