


Und jährlich grüßt das Murmeltier: Pünktlich zum Internationalen Frauentag am 8. März nehmen sich Parlament und Presse der Frage von Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit an, und stellen ganz überrascht fest: Es ist nichts besser geworden seit letztem Jahr! Weiterhin verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt 23 % weniger als Männer – ein gleichstellungspolitisches Armutszeugnis. Besonders unerfreulich daran ist, dass in allen Ländern der EU mit hohen Lohnunterschieden diese Lohnunterschiede im Zeitraum von 1995 bis 2005 geringer geworden sind – außer in Deutschland! Wenn laut den neuesten Erhebungen der Hans-Böckler-Stiftung der Lohnunterschied sowohl in der Altenpflege als auch in Anwaltskanzleien begünstigt, weist das auf ein gesamtgesellschaftliches Problem hin, von dem nicht nur einige Berufszweige betroffen sind. Wer diese Ungerechtigkeit ändern will, muss an beiden Enden der Gehaltsspanne anfangen: Dort, wo gut verdient und wo Entscheidungen getroffen werden, genauso wie im Niedriglohnsektor. Eine Frauenquote für Aufsichtsräte und ein gesetzlicher Mindestlohn wären echte Maßnahmen – statt nur Betroffenheit. Von der können die Frauen in Deutschland, egal in welchem Beruf, sich nämlich nicht kaufen.