Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:
Zur Ankündigung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, Kernkraftwerke so lange laufen zu lassen, bis Erneuerbare Energien sie überflüssig machten, erklärt Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt:
Bundesumweltminister Röttgen will alle Atomkraftwerke so lange weiter laufen lassen, bis Erneuerbare Energien sie überflüssig machen. Gleichzeitig wird der weitere Ausbau der Erneuerbaren durch die drastischen Kürzungen für Solarenergie ausgebremst.
Deutschland wird bei der Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren Energien international beneidet und hat in den vergangenen Jahren immer mehr Nachahmer gefunden. Wenn Herr Röttgen nun schwammig rumlaviert und das Abschalten der noch laufenden Altmeiler vom Ausbau der Erneuerbaren abhängig machen will, dann ist er nicht mehr auf der Höhe der Zeit – genauso wie die AKW-Betreiber, die sich über den Erfolg ihrer Lobbyarbeit ins Fäustchen lachen. Erneuerbare Energien sind längst bedeutender Wirtschaftszweig und wenn es nach ihren Potenzialen geht, dann könnten längst die alten Meiler vom Netz genommen werden. Ein genauer Blick in die Entwicklung des Energiemarktes hätte den Bundesumweltminister genützt: Erneuerbare sind längst den Kinderschuhen entwachsen und haben sich einen bedeutenden Anteil am deutschen Strommarkt erarbeitet.
Dass ausgerechnet der Bundesumweltminister nun dieser Entwicklung hinterherläuft und sich zum Sprecher einer Hochrisikotechnologie macht, ist beschämend. Statt "Beratung" aus den Konzernzentralen, die lange Abschreibungszeiten für ihre Altmeiler einfordern, braucht es im Bundesumweltministerium endlich eine Orientierung an den Fakten.