Katrin Goering-Eckardt MdB

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13. Dezember 2009

Göring-Eckardt: Kein Dialog mit orthodoxer Kirche an Käßmann vorbei

Kopenhagen (epd). Katrin Göring-Eckardt hat kein Verständnis für diekategorische Ablehnung Margot Käßmanns als Spitzenrepräsentantin derdeutschen Protestanten durch die russisch-orthodoxe Kirche. Es sei"völlig absurd", wenn die russische Seite von der EvangelischenKirche in Deutschland (EKD) verlange, erst deren Regeln zuübernehmen, bevor der ökumenische Dialog möglich ist, sagteGöring-Eckardt, Präses der EKD-Synode. "An der RatsvorsitzendenKäßmann vorbei wird es keinen offiziellen Dialog mit derrussisch-orthodoxen Kirche geben", betonte Göring-Eckardt am Sonntagam Rande des Weltklimagipfels in Kopenhagen in einem epd-Gespräch.Sie reagierte damit auf ein Interview Erzbischof Hilarions imHamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Der Patriarch kann sichmit keiner Bischöfin treffen", hatte der Leiter des Außenamtes derrussisch-orthodoxen Kirche betont.Bereits rund zwei Wochen nach der Wahl Käßmanns zurEKD-Ratsvorsitzenden hatte die russisch-orthodoxe Kirche MitteNovember angekündigt, ihre Kontakte zur EKD auszusetzen. Hilarionbegründete die Moskauer Reaktion auf die erstmalige Wahl einer Frauan die EKD-Spitze damit, dass nach dem theologischen Verständnisseiner Kirche Frauen nicht in der Nachfolge der Apostel stehenkönnen. Ein Treffen von Patriarch Kyrill I. mit der hannoverschenLandesbischöfin Käßmann würde den Eindruck erwecken, dass man dasPriestertum der Frau anerkennt."Wir wollen den Dialog und die Zusammenarbeit fortsetzen", sagteGöring-Eckardt und verwies unter anderem auf enge Kontakte derdeutschen Diakonie mit der russischen Kirche. Allerdings komme es fürdie EKD nicht infrage, einen offiziellen Dialog nur über Bischöfe zuführen, wie es Erzbischof Hilarion im "Spiegel"-Interview angedeutethat. Für die EKD sei es eine "pure Selbstverständlichkeit", dassFrauen im Priester- und im Bischofsamt tätig seien und auch als Laienkirchenleitende Aufgaben übernehmen, sagte die Grünen-Politikerin,die seit Mai dem Kirchenparlament der EKD als Präses vorsteht. Dasmüsse die russisch-orthodoxe Kirche anerkennen.

 

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