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Die Veranstaltungsreihe "Neuland wagen" der grünen Bundestagsfraktion machte Station im Thüringer Wald. Nach der Begrüßung durch Katrin Göring-Eckardt wurde zunächst der Film "Neuland" im sehr gut besuchten Bankettsaal des Congress Centrum Suhl gezeigt. Der Reisebericht durch die ostdeutsche Transformationslandschaft zeigt teilweise dramatische Bilder aus den neuen Bundesländern, aber ebenso alternative Ideen, die Aufbruchstimmung erzeugen.
Im Anschluss diskutierten Katrin Göring-Eckardt, Peter Hettlich (MdB, Sprecher der AG Ost), Dr Jens Triebel (Oberbürgermeister Suhl), Rita Augner (Vorsitzende der GeWo Suhl) und Holger Lauinger (Regisseur "Neuland") über mögliche Chancen für Suhl. Die Moderation übernahm Brigitta Wurschi vom RV Schmalkalden-Meiningen.
Die Stadt Suhl steht wie viele andere Städte in Ostdeutschland vor einer sehr schwierigen Situation. Mit dem starken Rückgang der Bevölkerung kommt ein enormes Wachstum des Durchschnittsalters einher. "Die letzten 20 Jahre haben gezeigt, dass die alten Rezepte wie Rückbau, Anpassung und Ansiedlung von auswärtigen Großunternehmen nicht mehr greifen. Wir müssen die Potenziale vor der eigenen Haustür nutzen", so Katrin Göring-Eckardt. Und die gibt es genug in Suhl, wie die zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten. Sei es der Umbau einer Typen-Schule zu einem altersgerechten Wohnhaus oder die Nutzung von Erneuerbaren Energien vor Ort, um regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Dies ist auch in Zeiten klammer kommunaler Kassen möglich, bspw. mit Fördermitteln oder durch Bürgerkraftwerke. Durch die Bereitstellung kommunaler Dächer als Fotovoltaikflächen ergeben sich hier sogar Einnahmequellen. Auch für Holger Lauinger ist es "die" große Zukunftschance für den ländlichen Raum, die Energieversorgung selbst bereitzustellen, anstatt enorme Kaufkraft aus der Region abfließen zu lassen.
Grundlage für einen Aufbruch ist es, Kreativität den nötigen Freiraum zu geben und aufgeschlossen gegenüber ungewöhnlichen Ideen zu sein. Und dies ist keine Frage des Geldbeutels, sondern vor allem der Köpfe.
