Katrin Goering-Eckardt MdB

Springe direkt zu: ContentbereichHauptnavigationSuche


Logo der BundestagsfraktionIdeen statt Parolen

ServiceNavigation


Suche


Hauptnavigation


Sie sind hier:

 
  1. Startseite
  2. Themen 
  3.  Artikel

18. Mai 2009

Interview in der Passauer Neuen Presse zum Evangelischen Kirchentag

Interview mit Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

von Rasmus Buchsteiner

Welches Signal wird vom Kirchentag in Bremen ausgehen?

Kirchentage haben sich immer mit aktuellen und über den Tag  hinausgehenden Fragen unserer Gesellschaft beschäftigt. Das wird auch in Bremen so sein. Dieser Kirchentag wird die Auswirkungen von Wirtschaftskrise und des Klimawandels in den Blick nehmen. Natürlich feiern wir auch den 60. Geburtstag des Grundgesetzes. Nicht zu vergessen: Auch der Kirchentag wird 60. Ich wünsche mir ein klares Signal für mehr direkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in der Demokratie. Kirchentage  machen es vor: Es geht nicht um Frontalunterricht, um Antworten von der Bühne. Jeder macht mit, diskutiert mit.

Spüren Sie Aufbruchstimmung in der evangelischen Kirche?

Es gibt guten Grund, sehr zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen neu nach Orientierung suchen. Sie wollen wissen, welche Rolle Kirche und Gemeindeleben dabei spielen können. Was haben wir zu bieten? Gerade der evangelischen Kirche kann es gelingen, Wertevermittlung und Spiritualität zu verbinden. In einer Zeit, in der man sich nicht mehr auf sehr viel verlassen kann, geht es sehr stark um gemeinsame Glaubenserlebnisse, um Gemeinschaft, um Freude.

Wie kann die evangelische Kirche, können Protestanten zu unverkrampfter Fröhlichkeit im Glauben finden?

Wir sind nachdenklich. Das stimmt. Aber den Protestanten wird leider immer unterstellt, wir könnten nicht fröhlich sein. Das ist Quatsch. Christlicher Glaube erleichtert. Er hilft uns. Und er ist nichts, was uns das Leben schwerer machen würde. Nirgendwo wird das so deutlich wie auf einem Kirchentag. Kirchentage sind Glaubensfeste. Die Menschen treffen sich. Sie reden, sie feiern und tanzen auf Straßen und Plätzen. Dazu kommen Nachdenklichkeit und Verantwortung in der Debatte um die wirklich wesentlichen Fragen unseres Gemeinwesens.

Welche Rolle wird das Thema Ökumene beim Kirchentag in Bremen spielen?

Ich rechne mit starken ökumenischen Akzenten. Wir sind schließlich gemeinsam in der Vorbereitung für den ökumenischen Kirchentag 2010 in München. Daher gibt es sehr viel Austausch. Nach Bremen werden auch viele Katholiken und Katholikinnen kommen. Uns beschäftigt die Frage, wie viel und was wir als Christen gemeinsam machen können. Auch das Abendmahlsverständnis und die gegenseitigen Unterschiede beschäftigen uns natürlich weiter, Protestanten wie Katholiken. Das lässt sich nicht verhindern und soll es natürlich auch nicht.

Themenwechsel: Sie haben nach Ihrer Wahl an die Spitze der EKD-Synode vor zu großer kirchlicher Einmischung in die Politik gewarnt. Soll sich Kirche künftig aus allem heraushalten?

Im Gegenteil. Kirche wird als Stimme zu gesellschaftlichen Fragen dringend gebraucht. Nicht tagespolitisch, aber zu den wichtigen Fragen der Zeit sollten wir Stellung nehmen. Bei ethischen Themen sowieso. Denken Sie an die Debatten über Spätabtreibungen, über die Stammzellforschung, Patientenverfügungen in der letzten Zeit.  Auch bei sozialen Fragen. Oder wenn es um die Bewahrung der Schöpfung geht: Wir haben die Aufgabe, uns einzumischen.

Zusätzliche Information