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7. April 2009

Suhl – Eine Stadt im demographischen Wandel

Katrin Göring-Eckardt mit OB Jens Triebel in Suhl

Suhl hat in den letzten 15 Jahren 25% seiner Einwohner verloren: Der Anteil von Kindern und Jugendlichen ist von 25% auf 12% gefallen, gleichzeitig ist der Anteil von Menschen über 65 Jahre von 10% auf 23% gestiegen. Somit ist das Durchschnittsalter der Suhler Bevölkerung von 38 auf 46 Jahre gestiegen. Und der Bevölkerungsrückgang ist noch nicht vorbei: Prognostiziert wird, dass Suhl bis 2025 noch einmal 10.000 bis 15.000 Einwohner verliert. In Suhl würden dann noch 25.000 Menschen leben, d.h. seit 1990 hat sich die Suhler Bevölkerung mehr als halbiert. Ursachen sind zum einem der drastische Geburtenrückgang um die Hälfte, und der Wegzug in Folge der Reduzierung der Arbeitsplätze von 23.000 im Jahre 1996 auf 16.700 im Jahre 2006.

Suhl war in der DDR Bezirkstadt mit vielen Neubaugebieten in der Peripherie der Stadt. Durch einen derartigen Bevölkerungsrückgang stehen gerade in diesen Wohngebieten viele Wohnungen leer. In den neunziger Jahren wurde versucht, durch den Abriss einzelner Neubaublocks dieses Problem zu lösen. Trotzdem muss die gesamte Versorgungsinfrastruktur aufrechterhalten werden, d.h. Straßen, Einkaufsmöglichkeiten und soziale Einrichtung. Eine Scheinlösung also, denn der Wohnungsleerstand ist immer noch hoch und die Kommune muss trotzdem die hohen Kosten für den Erhalt der Infrastruktur tragen.

Wie geht nun eine Stadt mit diesen Problemen um? Das war Inhalt des Gesprächs von Katrin Göring-Eckardt mit dem Suhler Oberbürgermeister. Dr. Jens Triebel. Der macht deutlich, dass diese Probleme viel zu lange ignoriert worden sind und das man jetzt zu einschneidenden Lösungen greifen müsse. Suhl muss sich genau überlegen was erhalten werden soll, denn alles geht nicht angesichts dieser Schrumpfung. So wird am 13. Mai 2009 im Suhler Stadtrat das Stadtentewicklungskonzept verabschiedet, dass vorsieht ganze Wohngebiete zu räumen. Der Oberbürgermeister will Suhl zu einer Stadt der kurzen Wege machen, in der Alt und Jung gut leben können. Die infrastrukturelle Ausstattung der Stadt sei sehr gut, betonte er. Suhl stehe bundesweit an neunter Stelle, was die Familienfreundlichkeit betrifft. Die Mittel des Konjunkturpaketes von 3,3 Millionen werden komplett in die Bildung fließen. Die Qualität des kommunalen Wohnungsangebotes will er verbessern um wieder mehr Menschen für einen Umzug nach Suhl zu gewinnen. Denn die Arbeitsplatzsituation ist gut: Suhl hat mehr Einpendler als Auspendler. Das Kulturangebot ist vielfältig und reichhaltig. Und Suhl ist eine grünen Stadt: Jede und jeder kann von seiner Wohnung in fünf Minuten den Wald erreichen.

Mit den Problemen des demographischen Wandels beschäftigt sich am Abend auch der erste Suhler Stammtisch der Grünen. Schwerpunkt war hier, den demographischen Wandel als Chance zu begreifen und zu nutzen. Das haben sich die Suhler Grünen auf die Fahnen geschrieben und wollen auf ihren nächsten Veranstaltungen positive Beispiele vorstellen und mit den Suhlerinnen und Suhlern dazu in Gespräch kommen.

 Zur Berichterstattung im Freien Wort

Katrin Göring-Eckardt bei der Caritas in SuhlAm Nachmittag besucht Katrin Göring-Eckart die Schwangerschaftsberatungsstelle der Caritas. Auch hier stand die Verbesserung der Situation für Familien mit Kindern im Mittelpunkt des Gesprächs. Frau Hübner stellt das vielfältige Beratungsangebot vor und machte deutlich, dass finanzielle Probleme vielen jungen Familien die Entscheidung für ein Kind nicht leicht machen. Ein Arbeitsschwerpunkt der Beratungsstelle ist die Vernetzung der Angebote für junge Familien in Suhl. 

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