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Berlin/Erfurt. (tlz) Aus Fehlern lernen, das rät Katrin Göring-Eckardt, wenn es jetzt auf Bundesebene um die Frage nach einem Betreuungsgeld für Kleinkinder geht. Die Vizepräsidentin des Bundestages und Thüringer Abgeordnete der Bündnis-Grünen erklärt, dass von Thüringen in diesem Fall durchaus gelernt werden könne - und zwar, "wie man es nicht macht!"
Denn: Seit die Landesregierung das Betreuungsgeld im Rahmen Familienfördergesetzes 2005 eingeführt habe, seien die Betreuungszahlen zurückgegangen - und zwar im Jahr 2007 um 6,1 Prozent. "In keinem anderen Bundesland fiel der Betreuungsrückgang so drastisch aus wie in Thüringen", warnt Göring-Eckardt von den Negativfolgen. Das Betreuungsgeld konterkariere die nötige Qualität und Quantität der Betreuung. Mit dem Rückgang der Anmeldungen sinke die Zahl der Erzieherinnen. "Gerade die Kinder, für die Betreuung und frühkindliche Bildung zentral sind, werden hier erneut ausgeschlossen. Kinderarmut bleibt damit auch die Armut an Chancen", so die Bundestagsvizepräsidentin.
"Echte Umverteilung" sei gefragt. "Bei der Bekämpfung der Kinderarmut brauchen wir mehr Chancengerechtigkeit und auch mehr Geld", betont sie. In Thüringen seien mehr als 70 000 Kinder davon betroffen. "Sie brauchen heute Unterstützung und eine echte Zukunftsperspektive", betont Göring-Eckardt.
Von Thüringen lernen hieße für den Bund also, es genau so nicht zu machen, wie Dieter Althaus und die hiesige CDU. Ministerin Ursula von der Leyen habe Recht, wenn sie sage "Die Kuh muss vom Eis". Dies dürfe jedoch nicht auf Kosten der Kinder geschehen. Das Negativmodell Thüringen zeige eindeutig: Die soziale Auslese werde mit dem Betreuungsgeld vertieft und nicht eingedämmt.